Corona-Virus: Bürgermeister schreibt an Einwohner

Bürgerinformation der Stadt Arendsee

In der Stadtverwaltung Arendsee (Altmark) berieten am Samstagnachmittag Haupt- und Ordnungsamt mit Kita-und Hortleitungen sowie Stadtbrandmeister im Rahmen einer Krisen-Abstimmung zur aktuellen Coronavirus-Situation.
Im Anschluss informierte Bürgermeister Norman Klebe.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
aufgrund der weltweiten Ausbreitung des SARS-CoV-2 (Corona-Virus) ist es mir bewusst, dass auch in Ihrem persönlichen Umfeld es Anlass zu Diskussionen, zu Besorgnis und zu Fragestellungen gibt.
Derzeit ist davon auszugehen, dass für uns alle eine sehr hohe Infektionsgefahr besteht.
Der Verlauf der nachfolgenden Erkrankung ist jedoch für die meisten Betroffenen weitestgehend moderat.
Lediglich Personen mit chronischen Grunderkrankungen sowie Personen, die älter als 60 Jahre sind, gehören den Risikogruppen an, bei denen eine Corona-Infektion zu Komplikationen führen kann.
Unter diesen Umständen das Gefährdungspotential des SARS-CoV-2 zu ignorieren, ist grob verantwortungslos gegenüber betroffenen Mitbürgern. Hier appelliere ich an Ihre Solidarität und Ihr Mitgefühl gegenüber unserer Gesellschaft, gegenüber kranken oder älteren Mitbürgern, gegenüber Arbeitskollegen, Sportfreunden, Vereinsmitgliedern, Kameraden, Nachbarn und natürlich Familienangehörigen.
Eine dementsprechende Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt und unseren Ortsteilen ist unvermeidbar geworden.
Veranstaltungen mit mehr als 1.000 erwarteten Teilnehmern werden nicht mehr genehmigt. Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Personen werden verschärft betrachtet und beurteilt.
Selbst Veranstaltungen mit weniger als 500 Personen haben mit erschwerten Auflagen zu rechnen.
Näheres ist bei den Ordnungsbehörden zu erfragen.
Unabhängig davon möchte ich Sie jedoch auffordern, Ihre persönlichen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.
Veranstaltungen, die vermeidbar sind, sollten verschoben oder aufgegeben werden. Es liegt in unseren Händen, das Infektionsrisiko für uns alle zu begrenzen, die Dynamik der Erkrankungswelle abzuschwächen und somit unser Gesundheitssystem zu entlasten.
Die Stadt Arendsee (Altmark) wird aus diesem Grunde ab Montag, 16. März, bis auf Widerruf ihre öffentlichen Gebäude nur noch eingeschränkt zur Verfügung stellen. Dies betrifft insbesondere das Haus des Gastes und die Dorfgemeinschaftshäuser, die für eine Vermietung nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Ortsbürgermeister wurden von mir persönlich unterrichtet.
Die Sportobjekte (Turnhallen Arendsee, Kleinau und Fleetmark) werden lediglich der Absicherung des Schulsportes dienen und im Übrigen dem Breitensport einstweilig entzogen werden.
Die städtischen Bibliotheken werden geschlossen.
Das Rathaus wird seine Öffnungszeiten zunächst beibehalten. Hier sind Besucher jedoch ausdrücklich aufgefordert, die vorhandenen Desinfektionsmöglichkeiten in den jeweiligen Eingangsbereichen zu nutzen. Die Kontaktaufnahme und Verständigung über Email und Telefon sollte vornehmlich genutzt werden.
Gemäß dem am gestrigen Tage beschlossenen Maßnahmepakets der Landesregierung von Sachsen-Anhalt bleiben ab dem 16. März sämtliche Schulen des Landes sowie alle Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Im Rahmen einer Telefonkonferenz zwischen dem Landrat und allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Altmarkkreises Salzwedel wird eine Notversorgung in den Grundschulen, den Horten und Kindertagesstätten gesichert. Diese Betreuung wird vornehmlich für systemrelevante Berufsgruppen gesichert:

  • Gesundheitsbereich (Kliniken, Pflege, Medizinproduktionsherstellung)
  • Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei)
  • Justiz
  • Polizei
  • Feuerwehr, auch freiwillige Feuerwehren zur Sicherung der Einsatzbereitschaft
  • Erzieherinnen und Erzieher
  • Lehrerinnen und Lehrer
  • ÖPNV

Der Schülerverkehr bleibt bestehen. Die Kinder werden in ihren gewohnten Einrichtungen betreut. Über Änderungen werde ich umgehend informieren. Der Altmarkkreis Salzwedel hat Rufnummern für Fragen in Bezug auf die Betreuung ihrer Kinder freigeschaltet (03901/840790 und 03901/840791). Unsere Kita- und Hortleiterinnen sind unterrichtet.
Abschließend möchte ich Sie alle zur Ruhe auffordern. Es besteht kein Grund zur Panik, es existiert jedoch eine Belastungsprobe für unsere Gesellschaft.
Dieser kann nicht allein mit staatlichen Mitteln begegnet werden, wir brauchen Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.
Ich danke Ihnen schon jetzt dafür!
Mit freundlichen Grüßen
Klebe, Bürgermeister

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